«Corona – Auf der Suche nach der Wahrheit» – Martin Haditsch geht ein drittes Mal auf Reise

Die Corona-Thematik bestimmt noch immer den Alltag, zumindest in Europa und den USA. Was in den anderen Teilen der Welt passiert, erfährt man aus den Leitmedien recht wenig. Aus diesem Grund hat sich der österreichische Professor Martin Haditsch an Orte begeben, die in der Berichterstattung so gut wie keine Rolle spielen – Afrika zum Beispiel oder Mittelamerika. Wie schon zuvor sprach der Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie mit führenden Wissenschaftlern und Ärzten, interviewte Bürger aus allen Gesellschaftsschichten und besuchte zahlreiche medizinische Einrichtungen. Das Ergebnis lässt sich in dem dritten Teil der ServusTV-Reihe «Corona – Auf der Suche nach der Wahrheit» bestaunen. Und bewundernswert ist es durchaus, gelingt es doch Haditsch seinen Gesprächspartnern Informationen zu entlocken, die das medial gezeichnete Bild der Corona-Situation entdramatisieren.

In Guatemala zum Beispiel, dem bevölkerungsreichsten Land Mittelamerikas, blieb die große Katastrophe aus, vor der die Weltgesundheitsorganisation gewarnt hatte. Dabei ist weniger als ein Drittel der Menschen geimpft. Laut Dr. Manuel De Jesús Càceres Figueroa liege es unter anderem daran, dass gerade auf dem Land große Skepsis gegenüber dem Corona-Vakzin herrscht. Kein Wunder, stammen doch die Protokolle, nach denen Ärzte handeln, hauptsächlich aus den USA, wie Figueroa zugibt. Er selbst scheint den Impfstoffen ebenfalls wenig abgewinnen zu können und vertritt eher die Meinung, dass es in der Gesellschaft mittlerweile eine ausreichende natürliche Immunität gibt. Wer sich dennoch mit Symptomen ins Krankenhaus begibt, erhält eine Corona-Tasche mit verschiedenen Medikamenten in Tablettenform. Sie sollen gegen die Krankheit gut helfen, wie ein Arzt aus einer öffentlichen Klinik berichtet.

Straßenszene in Guatemala / Foto: Screenshot

In Afrika liegt die Impfquote mit gerade einmal sechs Prozent noch weitaus niedriger. Trotzdem bleiben auch hier die prophezeiten Horrorszenarien aus, was selbst Gesprächspartner bestätigen, die Haditsch in Kibera interviewt, einem riesigen Slum in Kenia. Rund 180.000 Menschen leben in dem Bezirk dicht an dicht. Die Hygiene-Bedingungen sind katastrophal und bieten Infektionskrankheiten einen fruchtbaren Nährboden. Und dennoch sei Covid-19 weniger auffällig als soziale Probleme, die, so eine Ärztin vor Ort, im Zuge der Maßnahmen zugenommen hätten. Während die Kriminalitätsraten ansteigen, sinken die Corona-Zahlen deutlich – nicht nur in Kibera, sondern in ganz Kenia. Impfstoffe sind dort verpönt, insbesondere in den Dörfern, wo man eher zu Naturheilmitteln greift, um gegen Covid vorzugehen.

Interview mit Impfexperten Christian Perrone

Bei seiner Reise um die Welt bewältigt Prof. Haditsch ein ordentliches Pensum und holt überraschend viele Menschen vor die Kamera, die überaus auskunftsfreudig sind. Mit seiner unaufgeregten Art gelingt es ihm, eine Dialogsituation zu schaffen, in der die Interviewten entspannt und umfassend ihre Sicht auf die Dinge darlegen können. Manche Gespräche dauern ungewöhnlich lange, teilweise über 20 Minuten. Fade wird der Dokumentarfilm dadurch aber nicht, was vor allem an den brisanten Aussagen der befragten Experten liegt. Zu den Höhepunkten gehört das Interview mit dem französischen Impfexperten Christian Perronne, der erläutert, inwiefern SARS-CoV-2 kein besonders gefährliches Virus darstellt. Von dem angepriesenen Corona-Vakzin hält er recht wenig, weil es keine Immunisierung ermögliche, wie der Professor sagt. Es handle sich um ein experimentelles Produkt, von dem man weder die Effizienz noch seine Giftigkeit kenne.

Zwischen den Gesprächen fängt Haditschs Kamerateam Alltagsszenen an den besuchten Orten ein oder zeigt stimmungsvolle Luftaufnahmen, die dafür sorgen, dass neben dem Intellekt auch die Sinne Nahrung bekommen. Es sind durchaus ästhetisch hochwertige Bilder dabei. Bei einem Gespräch etwa sitzt der österreichische Allgemeinmediziner mit seinem Interviewpartner in einem Straßencafé direkt auf dem Markusplatz in Venedig. Im Hintergrund glänzt der Dom inmitten zahlreicher Touristen, als wären es die unbeschwerten Jahre vor Corona. Wie lange das Virus die Welt noch beschäftigen wird, kann auch diese Dokumentation nicht vorhersagen. Nach dem zweiten Teil dachten Haditsch und sein Team noch, dass das Thema abgeschlossen sei. Die Folgerecherchen dürften sie eines Besseren belehrt haben. Der Corona-Komplex, so viel lässt sich der Fortsetzung entnehmen, beruht weniger auf gesundheitlichen als auf politischen Verwicklungen.

Titelbild: Screenshot

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