25. September 2022

Satire-Kunstfigur Dr. Seuch imitiert die Machtelite mit bitterbösem Sarkasmus

Der Staat überlässt nichts dem Zufall. Entscheidungen werden ganz oben getroffen, ohne das Volk zu fragen, ob es ihnen zustimmt. Dieses Gefühl stellte sich bereits in der Corona-Krise ein, erreicht aber in der Zeit der Inflation und hoher Energiepreise einen Zustand des Unerträglichen. Während die Bürger Existenzängste plagen, scheint die Elite aus Politik und Wirtschaft nicht wirklich zu begreifen, wie sie mit ihnen umgeht. Da bedarf es schon solcher Kunstfiguren wie Dr. Freakmundt Seuch, der ihr den Spiegel vorhält. Mit schwarzem Humor und viel Sarkasmus gibt er den klassischen Globalisten, der auf den Pöbel mit aristokratischem Dünkel herabschaut. Für ihn besteht er aus „Meinungsverbrechern“, „Wohlstandsleugnern“, „Demokratiefeinden“ oder „Terroristen“.

Wie der Name des fiktiven Philanthropen andeutet, hat Dr. Seuch in der tiefen Corona-Krise die Bühne betreten, als sich der Diskurs noch um den «Freedom Day» drehte. Freiheit sei für die Menschen gefährlich, sagt er in einem seiner ersten Videos, die im eigenen YouTube-Kanal regelmäßig erscheinen. „Würde beispielsweise jeder mit seinem Auto auf einer x-beliebigen Straßenseite fahren, würde es zu viel mehr Toten kommen. Daher müssen Menschen in ihrer Freiheit eingehegt werden.“ Solche Weisheiten trägt Dr. Seuch gerne in seinem repräsentativen Wohnzimmer vor, während er im stattlichen Sessel sitzt und eine Pfeife raucht. Was die Zuschauer aus seinem Mund hören, ist nichts anderes als die Philosophie eines Privilegierten, der die Klasse der Mächtigen als die einzig legitime ansieht. Er ist der Repräsentant des globalen Systems. Er ist sein Sprössling und gleichzeitig sein bester Botschafter. Er weiß, wie das Spiel läuft, und erklärt es gerne in einfachen Worten.

Dr. Seuch im Interview

„Und in Bezug auf die Politiker“, sagt Dr. Seuch in einem fiktiven Interview, „ist es natürlich so: Wissen’s, der eine kommt, der andere geht. Und wenn der Mohr seine Schuldigkeit getan hat, dann darf eben ein anderer in den Sandkasten, um sich auszutoben.“ Solche Gespräche finden meist vor fast schon sakralen staatlichen Institutionen statt, auf die Dr. Seuch und seinesgleichen Einfluss nehmen. Die Politiker bezeichnet er gerne als „unsere“, so wie die „fesche Nancy Faeser“, die nach Meinung der Kunstfigur keine Sorgen zu haben brauche um den angekündigten Wutwinter. Von den „44 Prozent Nazis“, die auf der Straße den Protest üben wollen, gehe keine Gefahr aus, ist der Globalist überzeugt: „Wenn die Leute erst einmal schön ausgemergelt und ausgehungert und halb erfroren sind, dann wollen wir doch mal schauen, ob sie sich mit einem starken Staat anlegen wollen.“

Den Originalen sehr ähnlich

Nancy Fraeser sei „in ihrer Funktion als Innenministerin“ gut gerüstet, schließlich habe sie in seinen Online-Sitzungen zum Thema Angst viel lernen können. „Wie also verführen wir jeden dazu mitzuziehen“, fragt er im ersten Video dieser Reihe rhetorisch. Man müsse jetzt handeln, man müsse schlau agieren und zu Mitteln greifen, die unkonventionell daherkommen. „Lassen Sie uns also die Angst als Verbündete willkommen heißen.“ Solche Sätze trägt Dr. Seuch so süffisant vor, dass in jedem Wort, in jeder Silbe der Spott durchschimmert, mit dem er das einfache Volk betrachtet. Die Angst-Pille müsse für jedermann sein, bläut der gut vernetzte Globalist ein. Man brauche die kollektive Angst, um ganze Staaten lahmzulegen und dann Maßnahmen zu ergreifen, die „die Untertanen“, wie Dr. Seuch die Bürger gerne nennt, unhinterfragt mittragen.

Dr. Seuch (r.) mit König Charles III.

Die noch relativ neue Kunstfigur bietet Satire vom Feinstem, eloquent vorgetragen und so dargeboten, dass sie der Realität sehr nahekommt. Wer Dr. Seuchs Habitus betrachtet und sieht, wie er spricht, denkt und handelt, wird in ihm Prominente wie Bill Gates, Olaf Scholz, Ursula von der Leyen oder Henry Kissinger erkennen. Er ist ein Platzhalter für die vielen Akteure der Machtelite. Im Telegram-Kanal der Kunstfigur führt das eine bearbeitete Bilderserie vor, in der Dr. Seuch neben Klaus Schwab, König Charles III. oder Tedros Adhanom Ghebreyesus zu sehen ist. Er taucht überall auf, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Er ist ein Mann von Welt, der nicht nur über enorme Kenntnisse verfügt, sondern auch das Framing meisterhaft beherrscht. Den russischen Präsidenten bezeichnet er gerne als „einen gewissen Mann im Osten“. Besorgte Bürger heißen bei ihm „Wohlstandsleugner“, während die „Unterversorgung“ bloß einen „drastischen Überbedarf“ darstellt. Dr. Seuch präsentiert sich als so abgebrüht und routiniert überheblich, dass es bisweilen schwerfällt, in ihm eine Kunstfigur zu erkennen – so sehr ähnelt er den Originalen aus Politik und Wirtschaft.

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