23. Februar 2024

Fünftes Solidaritätskonzert für Julian Assange in Berlin

Am kommenden Samstag lädt die Berliner Musikbrauerei zum mittlerweile fünften Solidaritätskonzert für Julian Assange ein. Mit einem reichhaltigen Programm soll wieder an das Schicksal des Wikileaks-Gründers erinnert werden, der seit Jahren in Isolationshaft ausharren muss, weil er nichts anderes tat als seine Arbeit. Als Investigativjournalist deckte er US-Kriegsverbrechen auf und wurde so zum Staatsfeind eines Imperiums, das als vermeintliche Mutter der Demokratie die Pressefreiheit mit Füßen tritt. Wie wichtig diese ist, soll an diesem Abend musikalisch und diskursiv unterstrichen werden. Mit dem Konzert wollen die Organisatoren Jens Fischer Rodrian und Uli Gellermann ein Zeichen setzen: Das Feuer der Unterstützung brennt weiter, lautet die Message. Und es wird so lange lodern, bis Assange wieder freikommt.

Auf die Bühne treten alte Bekannte, allen voran der Gastgeber Jens Fischer Rodrian. Während er mitreißende Lieder mit sozialkritischem Inhalt präsentiert, trägt Alexa Rodrian ausgefeilte Lyrik vor und bringt ihre Jazz-Stimme zum Schwingen. Neben diesen Stammkünstlern stehen Namen auf dem Programm, für die die Event-Reihe eine Premiere darstellt. Die Gäste erwartet unter anderem ein Auftritt von Theodor Shitstorm, der Gruppe des Filmemachers Dietrich Brüggemann, der an diesem Abend sein musikalisches Talent demonstriert. Ebenfalls neu dabei sind die „The Voice Senior“-Finalistin Silvia und der Cellist Philip Melcher, der für das Konzert extra aus Malaga anreist.

Jens Fischer Rodrian und Alexa Rodrian

Für internationales Feeling sorgt an diesem Abend auch die israelische Sängerin Vered Dekel. Sie hat zusammen mit Alexa Rodrian auf der New Yorker New School for Social Research im Departement Jazz studiert. Seitdem verbindet die beiden eine Freundschaft, die an Konzertabenden wie diesen an Tiefe gewinnt. Stilistisch bewegt sich Dekel zwischen Jazz und Singer-Songwriting, trägt ihre Lieder aber oftmals in hebräischer Sprache vor. Sie prägen auch ihr mittlerweile fünftes Album, das erst kürzlich erschienen ist. Einige der Stücke wird Dekel auf dem Assange-Konzert präsentieren. Mit Johanna Borchert tritt an diesem Abend eine Pianistin und Sängerin auf, die mit ihren leisen Tönen in der Kulturbranche großes Aufsehen erregt hat. Die Leitmedien bezeichneten ihre Musik als „Klangkosmos voller harmonisch ausgewogener Kontraste.“

Yann Song King sorgt für bissige Unterhaltung

Sehr emotional kommen auch die Lieder der Komponistin und Singer-Songwriterin Marlene Scheffel daher. Seit den politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen infolge der Corona-Krise beschäftigt sie sich intensiv mit Freiheits- und Menschenrechten, wobei sich in ihren Songs oftmals der Wunsch nach einer besseren Welt ausdrückt. Derzeit arbeitet sie an einem Album, das die Lebenswelt der Kinder akzentuiert. Für bissige Unterhaltung ist hingegen der Dresdner Yann Song King zuständig. Wie schon auf vielen Demonstrationen in den vergangenen Jahren wird er an diesem Abend jene zum Lachen bringen, die seit den sozialen Verwerfungen wenig zum Lachen haben. Als Moderatorin wird erneut Nina Maleika durch den Abend führen. Nach dem letzten Lied leitet sie schließlich eine Talkrunde ein. An ihr nehmen dieses Mal so hochkarätige Gäste wie die Politologin Ulrike Guérot, der Medienwissenschaftler Michael Meyen und der Journalist Patrik Baab teil.

Alle drei bekamen an ihren wissenschaftlichen Arbeits- und Forschungsstätten massive Schwierigkeiten, weil sie in ihren öffentlichen Statements von der herrschenden Meinung abgewichen waren. Wie sie damit umgehen, erläutern Guérot, Meyen und Baab in einer gemeinsamen Diskussion, in der es neben Themen wie der anstehenden Europawahl und der Neugründung der Wagenknecht-Partei auch um den eigentlichen Protagonisten gehen wird. Nach der Talkrunde sorgen die Sprechgesangskünstler Bustek und Lapaz aus dem Kollektiv Rapbellions noch einmal für Musik. Beide haben sich seit der Corona-Krise mit sozialkritischen Songs hervorgetan, in denen sie unter anderem grassierende Einschränkungen der Freiheitsrechte beklagen. Seinen Ausklang findet das Event in einer Tanzparty, für die kein Geringerer als DJ Captain Future ein energiegeladenes Set vorbereitet hat.

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