„KoExistenz“ – Ausstellung mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm

Am 18. Juli lädt die Künstlergruppe „Wunden“ zu einem Kulturfest ein, bei dem nicht nur Bilder ausgestellt werden, sondern auch andere Disziplinen vertreten sind. Einen Monat lang können Besucher auf dem Gelände des Klosters St. Georg in Milmersdorf Theateraufführungen, Konzerte und Veranstaltungen für Kinder erleben. Die Vernissage beginnt im Gutshaus mit einer Auswahl aus Gemälden, Installationen und Skulpturen. Unter den beteiligten Künstlern befinden sich unter andrem Matthias Fitz, Manuela Mordhorst, Berthold Bock, Olivia Kaufmann, Thomas Weidner und Satoshi Hoschi.

Die Ausstellung steht unter dem Motto „KoExistenz“. Für Jana Schröder drückt dies ein „philosophisch-psychologisches Problem“ aus. „KoExistenz bedeutet für mich Emergenz“, sagt sie. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.“ Während sie Bilder präsentiert, die sich mit elementaren Empfindungen wie Angst oder Liebe beschäftigen, konfrontiert Manuela Mordhorst die Besucher mit zwei Installationen, unter anderem mit der Arbeit „Close Encounter“. Wer genau hinschaut, erkennt Kokons, die aus Papier gefertigt sind – und vielleicht eine allegorische Ebene. Mordhorst zielt in ihrer Arbeit darauf ab, die Fragilität menschlicher Empfindungen symbolisch zu verdichten.

Olivia Kaufmann hingegen interessiert sich für die Frage, wie Menschen in einer Zeit der Polarisierung und gesellschaftlicher Spaltung miteinander leben können, ohne Unterschiede gegeneinander auszuspielen. Die Künstlerin nähert sich dem Thema, indem sie Textile und Algendrucke so verbindet, dass eine visuelle Sprache für bewusste wie unbewusste Erlebnisebenen entsteht. Ganz anders der Künstler Thomas Weidner: Er arbeitet mit rohen Materialien wie Holzkohle, Asche und Pigmenten, um in seinen Bildern das Miteinander der Menschen sowohl „in ihren Individualitäten als auch in unserer Verbindung mit allem Lebendigen in einem unbekannten Kosmos“ darzustellen.

Eher klassisch geht sein Künstlerkollege Satoshi Hoshi vor. Seine Ölgemälde bewegen sich zwischen stiller Naturbetrachtung und politischer Gegenwart, insbesondere die vierteilige Serie „Face“. Zu sehen sind weinende Gesichter, übermalt mit den Nationalfarben verschiedener Länder, die sich im Krieg befinden. Hoshi spricht von einer „stillen Klage über Gewalt und den Verlust des Menschlichen“. Mit Ölfarben malt auch Berthold Bock. Auf der „KoExistenz“-Ausstellung präsentiert er zwei Triptychen, die sich mit archaischen Urmotiven beschäftigen. Auf dem einen wird die Epiphanie des Lichts zum Ausdruck dargestellt, auf dem anderen die Epiphanie der Dunkelheit.

So reichhaltig wie die Ausstellung ist auch das Rahmenprogramm. Gleich bei der Vernissage tritt das Potsdamer Kollektiv Triple A mit dem Theaterstück „Moralinsüß“ auf. „Eine scharfzüngige Reise durch moralische Moden und gesellschaftliche Konventionen“, so die Selbstbeschreibung. Zwei Wochen darauf wird eine Adaption von der Großinquisitorlegende aus Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“ dargeboten. Als Darsteller betritt hier Teo Vadersen die Bühne.

Für Musik sorgen unter anderem Nino Sandow, der am 25. Juli Robert Schumanns „Dichterliebe“ a capella vorträgt, sowie Mea Liebe und Yonique. Gesang und Gitarre verschmelzen hier zu einem Sound, in dem sich der „Schlüssel zu Herz und Seele“ finden lässt. Den Schlusspunkt bei der Finissage setzen die Neumondgang und LiL. Das Konzert lässt keine Wünsche offen. Von Rock und Jazz bis Punk und Electronica ist so ziemlich alles dabei.

Kulturfest „KoExistenz“, 18. Juli – 15. August 2026, Kloster St. Georg, Götschendorf 33, 17268 Milmersdorf

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