NuoVision SONGCONTEST 2021 – Eine alternative Musikshow mit vielen kritischen Künstlern

Die Corona-Politik hat die Gesellschaft gespalten. Zwar gab es schon vor der Krise sehr viele Menschen, die enttäuscht von dem bestehenden System waren. Doch mit Beginn der Zwangsverordnungen, Grundrechtseinschränkungen und medialen Diffamierungskampagnen gegen Andersdenkende hat die allgemeine Unzufriedenheit ihren Höhepunkt erreicht. Das lässt sich unter anderem daran beobachten, dass sich mittlerweile parallele Strukturen zum Mainstream herausbilden. Im Zuge der Corona-Krise entstehen nicht nur alternative Schulen, Medien und Parteien, sondern auch eine alternative Kulturindustrie.

Wie weit die Entwicklung vorangeschritten ist, zeigte sich eindrucksvoll am 22. Mai, als der Internetsender NuoViso parallel zum Eurovision Song Contest eine eigene Musikshow ausstrahlte. Das Ziel bestand darin, mehreren noch unbekannten Solokünstlern und Bands eine Plattform zu bieten, damit sie ihre kritischen Lieder darbieten können, ohne Zensur zu befürchten. Und tatsächlich war der NuoVision SONGCONTEST 2021 von einer Musik geprägt, die unterschiedliche Aspekte der gegenwärtigen Krise ansprach: staatliche Überwachung, Maßnahmenauswirkungen für Kinder, Korruption, Freiheitsdrang, Protest.

Rian Rocket

Wie es sich für eine unterhaltsame Musikshow gehört, führten drei Moderatoren durch die Sendung. Während Robert Stein und Frank Höfer aus dem eigenen Studio zugeschaltet waren, fungierte Juri als Außenreporter, der aus Südkorea berichtete. Unter ihrer Leitung wurden schließlich 26 Akts präsentiert, die in teilweise aufwendig produzierten Videoclips ihr ganzes Können zeigten. Das Programm war sehr ausgewogen und reichte von Rap bis Volksmusik. Den Anfang machte Rian Rocket mit «1984», einem Synthiepop-Stück, das sich mit dem Verweis auf George Orwells Literaturklassiker des Themas Überwachung annimmt.

Auch internationale Künstler

Es folgten Songs aus den verschiedensten Genres, mal sanft und melodiebetont, mal textstark und rockig. Das Frauenquartett Corona Bavaria besang das gute, alte Bargeld. Der Alpen-Gitarrist Wurzelmo appellierte an die Standhaftigkeit, und die Sängerin Flurfunk erinnerte eindringlich daran, dass in dieser Krise nichts Geringeres auf dem Spiel steht als die Freiheit. Es haben sich aber auch internationale Künstler präsentiert, Musiker wie der Brite Alex Hills, der mit «In my Heart» die Möglichkeit eines Neuanfangs schmackhaft machte. Sein Landsmann Ask Gabz, ein Londoner Widerstandspoet, setzte weniger auf das Gefühl als auf den Intellekt, indem er in seinem Beitrag den Konflikt zwischen Lüge und Wahrheit thematisierte.

Skogan

Auf die Probleme der Kinder während der Corona-Krise machten zwei Rapper aufmerksam. Während Paart MC in seinem Song betonte, dass er gegen das Unrecht kämpfe, um seinem Kind eine bessere Welt zu hinterlassen, verglich Skogan die gegenwärtige Kindheit mit der eigenen vor mehreren Jahrzehnten. Der Rapper Absztrakkt (Galstarr) gab hingegen ein mystisch klingendes Crossover-Stück zum Besten. Mit dabei war auch der in der Protestbewegung bekannte Künstler SchwrzVyce, der seinen neuen Song «Von Verbrechern regiert» präsentierte – ein lyrisches Meisterstück.

Sieger des Wettbewerbs

Bewertet wurden diese Akts von einer dreiköpfigen Jury. Die Mitglieder ordneten die Songs musikalisch ein, kommentierten Videos und Sound oder kritisierten handwerkliche Fehler. Genauso wie die Künstler selbst gaben sie eine gute Figur ab und überzeugten mit kompetenten Aussagen. Zwar vergaben auch sie Punkte, entschieden aber nicht darüber, wer aus dem NuoVision SONGCONTEST 2021 als Sieger hervorgehen sollte. Diese Rolle kam den Zuschauern zu, die via Internet abstimmen und mit ihrer Teilnahme handsignierte NuoViso Comics gewinnen konnten. Am Ende hat sich der Sänger Ralph Valenteano durchgesetzt. Sein Song «Viel Zu esoterisch», funky und groovy zugleich, stand in der Gunst ganz oben – sowohl bei der Jury als auch beim Publikum.

Alles in allem war der NuoVision SONGCONTEST 2021 eine gelungene, professionell aufgezogene Musikshow mit einem beeindruckenden Programm und tollen Akts. Es wurde gelacht, debattiert und gescherzt. Wie aus vielen Kommentaren hervorgeht, kamen auch die Zuschauer auf ihre Kosten. Noch während der Sendung drückten sie ihre Begeisterung aus. Vor allem wurde eines deutlich: Die alternative Kulturindustrie steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch sie wächst mit Riesenschritten.

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