«Eure Stars» – Rapper Skogan thematisiert das Versagen der Promis

Der deutsche Rapper Skogan hat seit Beginn der Corona-Politik wieder angefangen, musikalisch aktiv zu werden. In seinen Tracks verarbeitet er die politisch-gesellschaftlichen Veränderungen und akzentuiert die Missstände. Das hätte man sich auf von den ganz großen Namen gewünscht. Doch die Prominenz in Kunst und Kultur schweigt größtenteils. Die meisten tragen die Politik mit und fungieren sogar als deren Botschafter. Selbst im Hip-Hop bleiben die Stars überwiegend kleinlaut. Daran hat sich bereits der Rapper Phizzo abgearbeitet, der in «Reise nach Jerusalem» darauf aufmerksam machte, dass sie sich mit ihrer devoten Haltung selber schaden. Seine Kollegen Lapaz und Bustek wandten sich kurze Zeit später ebenfalls an die etablierten Rapper. Ihr Song «Wo seid ihr?» ist ein Aufruf dazu, angesichts der katastrophalen Zustände endlich Gesicht zu zeigen.

Mit dem Duckmäusertum der Prominenz beschäftigt sich auch Skogan in seinem aktuellen Song «Eure Stars». Er sendet aber keinen Appell, sondern klagt an. Der Song ist voller Vorwürfe und Repliken auf deren Verhalten, untermauert mit Argumenten, die der Sprechgesangskünstler aus Sipplingen am Bodensee in Battle-Rap-Manier vorträgt. Er verzichtet auf eine Hook, vergeudet keine Zeit mit künstlerischen Pausen und achtet nicht auf den Beat, sondern feuert seine Reime wie ein Maschinengewehr ab – konfrontativ und direkt ins Gesicht: „Ich hör mir keine Lieder von euch an / Wenn ich eure Lieder höre, Mann, dann widert das mich an.“ Gerichtet ist diese Aussage nicht nur an die großen Rapper, wie Skogan wenige Zeilen später unterstreicht: „Viele Grüße geh’n an Westernhagen / Habe alle Platten weggeworfen in den letzten Tagen / Habe deine Lieder alle einfach so vergessen, / Weil du Freiheit jetzt verwechselt mit nem Einstich, der nur Dreck bringt.“

Auch Influencer und Entertainer

Mit «euren Stars» sind Musiker gemeint, aber auch Influencer und andere Entertainer, die eine große Reichweite haben, sie aber nur zu Kommerzzwecken nutzen. „Von den schweren Themen lassen sie die Finger weg“, so Skogan. „Hauptsache, die Fans bleiben.“ Das sei wenig verwunderlich. Wer eine gewisse Reichweite erreichen möchte, müsse dem offiziellen Narrativ entsprechen und auf Regierungslinie sein. Diese Bedingungen erfülle man schließlich, um die eigene Popularität nicht zu gefährden. „Sie sind lediglich auf den Profit aus“, sagt der Rapper. „Mit Verantwortung hat das nichts zu tun.“ Genau das möchte er den Hörern vor Augen führen. Mit «Eure Stars» hält Skogan der Gesellschaft den Spiegel vor, zeigt, mit welchen persönlichen und moralischen Eigenschaften Menschen in ihr Ruhm und Ehre erlangen. „Eure Stars sind alles Heuchler, wenn ich ehrlich bin“, rappt er unverblümt.

Rapper Skogan

Am Anfang des dazugehörigen Musikvideos steht in großen Lettern, was ihn am meisten schockiert hat: „Dass gewisse Menschen mit großer Reichweite sich nicht mal zu allem äußerten, als eine Pflicht debattiert wurde und sie Kinder spritzten.“ Deswegen wird die Impfagenda im Track genauso behandelt wie der Verlust der Meinungsfreiheit und die mediale Propaganda. Der Akzent liegt aber auf dem Versagen der Promis. Das ist für Skogans musikalische Arbeit bezeichnend. Der Rapper bringt jeden Monat einen Song heraus, in dem ein ganz bestimmtes Thema den Schwerpunkt bildet. In «Auf für die Kinder» stand zum Beispiel das Leid der Kleinen im Vordergrund. In «Bitte» beklagte der Sprechgesangskünstler die gesellschaftliche Spaltung, während er mit «Lobbys» einen Track vorlegte, der den Einfluss mächtiger Interessensgruppen anprangert.

Künftig will Skogan eine Schippe drauflegen. Seine Musik soll noch politischer werden. Anders als die von ihm kritisierten Künstler denkt er nicht im Ansatz daran zu schweigen. Um die gesellschaftlichen Entwicklungen kreativ zu verarbeiten, konzentriert sich der Rapper nun zunehmend auf seine Musik. Ein längerer Roadtrip soll ihm die nötige Inspiration bringen. Er verlässt Deutschland und begibt sich mit einem Van in Richtung Süden, um ungestört arbeiten zu können. „Man weiß einfach nicht, was hier noch passiert“, sagt der Rapper. „Regimekritiker werden verfolgt, Portale gesperrt.“ Im Ausland sei es momentan einfacher, sich als Künstler unabhängig zu machen. Dort finde er Ruhe, die es ihm ermögliche, seine zahlreichen Projekte umzusetzen. Momentan stehen einige gemeinsame Tracks mit anderen kritischen Künstlern an – mit Runa zum Beispiel oder einzelnen Vertretern des Kollektivs Rapbellions. Man darf also gespannt sein.

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