23. Februar 2024

«Sound of Freedom» – Engagierter Aufklärungsfilm über Kinderhandel

Der Menschenhandel ist zum lukrativsten Geschäft im Bereich des Organisierten Verbrechens geworden. 150 Milliarden Dollar soll er pro Jahr einbringen, was dazu führt, dass sich heute mehr Menschen in der Sklaverei befinden als zu einer Zeit, als sie noch legal war. Zu den Opfern gehören überwiegend Kinder, die sexuell missbraucht und für viel Geld an Pädophile weitergereicht werden. Dieses brisanten Themas nimmt sich der Film «Sound of Freedom» an. Während er in den USA an den Kinokassen veritable Erfolge feiert, findet er in den hiesigen Leitmedien kaum Erwähnung – und wenn, dann mit einem negativen Einschlag.

Von einem „unheimlichen Verschwörungs-Film“ ist die Rede, als wäre der Inhalt aus der Luft gegriffen. Dabei erzählt «Sound of Freedom» die Geschichte des ehemaligen Heimatschutz-Agenten Tim Ballard, der 2013 die Organisation Operation Underground Railroad gründete, um sich gegen illegalen Menschenhandel einzusetzen. Mit seinem Engagement soll er in Kolumbien über 120 Opfer gerettet haben, heißt es am Ende des Films, wenn Aufnahmen vom echten Tim Ballard die fiktionale Kulisse ablösen. Verkörpert wird er von Jim Caviezel. Der «Passion oft the Christ»-Star spielt ihn mit gebändigtem Eifer und einem stets ernsten wie fokussierten Blick, in dem nur dann ein Lächeln aufflammt, wenn es gilt, im Kreis der Kriminellen gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Klassischer Held

Timoteo, wie er im Film genannt wird, tritt als klassischer Held ohne Makel auf, der auf seiner Mission gewaltige Risiken eingeht, sein Ziel aber dennoch erreicht. Seine Reise beginnt in Mexiko und endet in Kolumbien, wo es ihm gelingt, mehrere Kinder aus der Gefangenschaft zu befreien. Als Antrieb dient ihm das Versprechen, die Schwester eines Jungen zu finden, den er zuvor retten konnte. Regisseur Alejandro Goméz Monteverde inszeniert diese Mission dramaturgisch geschickt, indem er den Filmhelden nach jedem Etappensieg jeweils in eine noch gefährlichere Situation bringt. Am Ende muss sich Timoteo ohne Marine-Unterstützung behaupten, weshalb die Spannung mit den Händen zu greifen ist.

Jim Caviezel in der Rolle des Tim Ballard

Bei so viel Action und handlungsmotivierter Ereignisse bleibt wenig Zeit für Figurenentwicklung, die in «Sound of Freedom» Szenen weichen muss, die auf einfühlsame Art das Schicksal der Kinder zu vermitteln versuchen. Regisseur Monteverde verzichtete dabei auf explizite Darstellungen, sondern deutet den Missbrauch wohldosiert an, sodass die Zuschauer das Grauen mitempfinden können, ohne es sehen zu müssen. Das Leid spiegelt sich ohnehin in den Augen der Jungschauspieler, die in ihren Rollen einen verzweifelten Hilferuf aussenden. „Gottes Kinder sind nicht zum Verkauf“, sagt Timoteo, der mehrmals Bibelverse zitiert.

Überinterpretationen hiesiger Leitmedien

Der religiöse Anstrich hängt damit zusammen, dass ein christlich-konservatives Studio den Film produziert hat. Das verleitet so mache Rezensenten der hiesigen Leitmedien zu Überinterpretationen. Besetzung und Handlung werden als politisch inkorrekt kritisiert. In den Protagonisten will man den „weißen Messias“ erkennen, der den „dunkelhäutigen Kriminellen das teuflische Handwerk“ legt. Ginge es nach diesem Argument, müsste die Hälfte der Hollywood-Produktionen als rassistisch gebrandmarkt werden. Die US-amerikanische Filmgeschichte ist voll von Streifen, in denen weiße Protagonisten „dunkelhäutige Kriminelle“ zur Strecke bringen.

Die Abneigung gegenüber «Sound of Freedom» rührt wohl eher daher, dass der Film in establishment-kritischen Kreisen kräftig geteilt wird und auf ein Thema aufmerksam macht, das diverse Machtzirkel seit Jahrzehnten immer wieder unter den Teppich kehren. Die Fälle Marc Dutroux, Sachsensumpf und Jeffrey Epstein geben davon ein Zeugnis ab. Anstatt den Film wie so oft in die rechte oder verschwörungstheoretische Ecke zu schieben und dabei mit Kontaktschuld zu argumentieren, wären die Leitmedien gut beraten, ihn als Ausgangspunkt für eigene Recherchen zu nehmen. Das Leid der Kinder müsste Ansporn genug sein.

Titelbild: Screenshot

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