«Alles hier für uns» – Kompass MC will die Menschen vereinen

SchwrzVyce, Nikolai Freimann, Alpa Gun: Die Liste kritischer Rapper, die in ihren Liedern auf die Corona-Politik direkt Bezug nehmen, wächst kontinuierlich. In ihr vertreten ist auch der Dortmunder Kompass MC. Der 30-Jährige hat erst kürzlich einen neuen Song veröffentlicht, der den Titel «Alles hier für uns» trägt. Darin greift er mit enormer Sprachgewalt das bestehende System an, versucht aber auch, trotz eines gewissen Pessimismus Hoffnung zu versprühen und die Menschen zu vereinen.   


Wie viele Corona-Kritiker beobachtet der Dortmunder die gegenwärtige gesellschaftliche Spaltung mit großer Sorge. Die Politik setze auf Angst und gebrauche diese Waffe, um die jeweiligen Lager gegeneinander auszuspielen. „Auf diese Weise kann sie ihre Ziele schneller und effektiver erreichen“, sagt er. 

Zeilen voller Metaphern


Viele Menschen fühlten sich hilflos und allein. Ihnen habe er mit seinem neuen Song Kraft geben wollen. „Musik ist die schönste Medizin“, so der Rapper. Diese Botschaft steckt bereits in den ersten Zeilen seines Songs: „Kompass hier am Mic, ja ich zeige euch die Richtung / Das System ist das Virus und ich bin eure Impfung / Ja mit meiner Schwingung spritz ich euch meine Mischung / Aus Liebe und Mut zeigt es sehr schnell bei dir Wirkung.“


Das Lied lebt von solchen Sprachbildern. Mit ihnen deutet Kompass MC an, was ihm an der Corona-Politik nicht gefällt. Das Spektrum an Themen, auf das er sich metaphorisch bezieht, reicht von Zwangsimpfung über Korruption bis hin zur Fremdbestimmung. Was er in dem Text nicht erwähnt, aber dennoch für sehr bedenklich hält, ist die Rolle der Medien. Welche Macht sie haben, sei ihm das erste Mal klar geworden, als die Menschen zu Beginn der sogenannten Corona-Pandemie zu hamstern anfingen. Nicht weniger fragwürdig mute die Praxis an, immer nur die gleichen Ärzte und Virologen als Experten zu präsentieren.

Stärkung des Gemeinschaftsgefühls


Wegen dieser Verzerrungen wünscht sich Kompass MC, dass alle Menschen zusammenhalten. Dazu soll auch sein Lied beitragen, mit dem er das Gemeinschaftsgefühl zu stärken versucht. In der Hookline heißt es: „Alles kommt aus unserm Kern, was nach außen fällt / Und so bring ich meine Farben in die sehr graue Welt / Und wenn ich nicht mehr bin, hinterlass ich diese Kunst / Ich mach es nicht für mich, nein – alles hier für uns“  


Diese Reime zeigten die gewünschte Wirkung, als er am 28. August am Brandenburger Tor auftrat. Es war eine Warm-up-Veranstaltung vor der großen Berlin-Demonstration. Die Menschenmasse jubelte und tanzte, als wäre sie gerade auf einem Musik-Festival. Von der Bühne blickte Kompass MC auf eine Unmenge fröhlicher Gesichter. Alle fühlten sich eins mit der Gemeinschaft und feierten diesen Moment, in dem die Überzeugung mitschwang, die politischen Verhältnisse verändern zu können.  „Das Publikum strahlte eine positive Energie aus“, erinnert sich der Rapper. Die Stimmung sei sehr friedlich gewesen.


Der 30-jährige Dortmunder trat schon vor Corona oft auf, obwohl er erst seit 2018 Musik macht. In seinen Liedern geht es meistens um Nächstenliebe, Humanität und zwischenmenschliche Beziehungen. Dass sie schwierig sein können, beweisen die Reaktionen auf seinen Song. Trotz überwiegend positiver Resonanz, erreicht ihn auch unschönes Feedback. „Ich werde bedroht oder als Messias beschimpft“, sagt der Rapper. Doch davon lasse er sich nicht einschüchtern. Derzeit arbeitet Kompass MC an seinem ersten Album. Es wird, so viel kann er verraten, weitere systemkritische Tracks enthalten, aber auch Lieder mit spirituellen Botschaften.

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