«Abstand» – Musik-Duo Julia Green & Max Play setzen ein Zeichen gegen Impfdruck

Der Druck auf Ungeimpfte nimmt täglich zu. Sie werden nicht nur vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, sondern müssen mittlerweile befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die Politik denkt sogar über eine Impfpflicht nach, obwohl sie noch vor einem Jahr hochheilig versicherte, der Pieks werde eine freiwillige Entscheidung bleiben. Dass dieses Versprechen zunehmend bröckelt, daran erinnert ein Song, den das Musik-Duo Julia Green und Max Play kürzlich veröffentlicht haben. «Abstand» bezieht sich nicht auf das geflügelte Wort des Social Distancing, sondern ist als Imperativ zu verstehen, mit dem sich die beiden an die Impfpolitik wenden. „Abstand, Abstand“, heißt es in dem Refrain. „Hände weg von meinem Körper / Abstand, Abstand – ich dachte, wir sind freie Bürger.“

Der Song kommt sehr energisch daher. Trotz einer poppigen Grundmelodie lässt er sich musikalisch nur schwer einordnen. Er enthält Balladen- wie Rap-Elemente, vermischt West- und Ost-Traditionen und lässt sogar einen Kinderchor auftreten, der den Refrain am Ende selbst übernimmt. So bekommt der Nachwuchs im Lied eine Stimme, die in der medialen Berichterstattung kein Echo findet. „Ich seh’ das tägliche Leid der Kinder“, singt Julia Green mit kräftiger Stimme. „Mein Mann verhält sich wie ein Blinder / In der Hoffnung, was zu verändern / Hast du den Kopf verloren.“ Der Song sei ein Hilfeschrei, sagt sie. Darin habe die gebürtige Russin mit Wohnort in Nürnberg das aussprechen können, was auf den Straßen Deutschlands feindliche Reaktionen hervorrufe. Deswegen hält sie sich momentan in Indonesien auf, wo sie ihren Part eingesungen hat.

Musikalischer Werdegang

In der Ferne Südostasiens lässt sich die Kritik einfacher formulieren, obwohl die Message recht schlicht anmutet und hierzulande eigentlich demokratisch gedeckt sein müsste: „Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich“, sagt die Sängerin in Bezug auf die Impfung. „Deshalb sollte man auch über den eigenen Körper selbst entscheiden.“ Ihr Kollege Max Play sieht es ähnlich. Den erzwungenen Eingriff bezeichnet er als Unding. „Der Impfdruck steht nicht im Einklang mit dem Freiheitsverständnis, so der Musiker aus Pforzheim. «Abstand» ist ihr erster eigener Song, obwohl beide zuvor mehrere Jahre gemeinsam Konzerte gaben. Es waren überwiegend Auftritte auf Hochzeiten, bei denen das Duo dem Publikum mit Covern bekannter Hits einheizte.

Julia Green

Dass Julia Green und Max Play gut aufeinander abgestimmt sind, macht sich in «Abstand» schnell bemerkbar. Sie wechseln sich häufig ab, interagieren textlich wie musikalisch und zeigen sich dabei sehr vielseitig. Kennengelernt haben sich die beiden vor zehn Jahren auf einem Gesangswettbewerb, wo ihr Talent zum Tragen kam. Während Julia Green schon in ihrer Kindheit zu singen begann und sich im Laufe der Jahre in russischer Folklore genauso ausprobierte wie im Jazz oder Pop-Rock, startete Max Plays musikalischer Werdegang 2001. Er versuchte sich im Pop und Hip-Hop, spielte in mehreren Bands, schrieb Liedtexte und produzierte Musik am Rechner. Nachdem beide jahrelang auf Hochzeiten aufgetreten waren, kam die Idee auf, irgendwann einen eigenen Song zu veröffentlichen – zu einem Thema, das sie stark beschäftigt. Mit der Corona-Krise sollten sie schon bald die Gelegenheit dazu bekommen.

Was die beiden Musiker derzeit stört, geht aus mehreren Zeilen hervor. „Irgendwas stimmt hier doch nicht“, singt Max Play in seinem Anfangspart. „Ich mein’ es ist ganz offensichtlich / Da ist ein Monster und es frisst / Gib acht, wenn es mehrfach sticht.“. Der Musiker aus Pforzheim beklagt vor allem die gesellschaftliche aufgeladene Stimmung. Andere Meinungen würden nicht akzeptiert, weshalb jeder und jede aufpassen müssen, was sie sagen.

Kritik an Politik

Schuld daran seien die Politiker, deren Widersprüche und gebrochene Versprechen zur Spaltung beitrügen. „Keiner von ihnen hat in der Krise Führungsqualitäten bewiesen“, sagt er. In seiner Rap-Einlage am Ende des Songs kommt diese Kritik etwas poetischer zum Ausdruck: „Mein Körper, der ist meiner, da gibt’s auch keine zweite Meinung / Es bleibt meine Entscheidung / Aber du bist nicht alleine / Eingriff oder nicht, bringt es heil, ist es Gift / Ihr lügt uns ins Gesicht / Aber das weißt du nicht / Es erschüttert mich ins Mark, was Geld und Macht / Aus ihnen gemacht hat.“

Max Play

Aufgebaut ist dieser Part wie ein Dialog, in dem Julia Green und Max Play textlich aufeinander reagieren. In diesem Modus singen sie schließlich davon, dass die Menschen jetzt „Licht“ bräuchten. Es steht für Hoffnung, sagt Julia Green. Für sie fokussiere sich die Politik ausschließlich auf die Immunisierung durch Impfung. „Aber was ist mit den Erkrankten“, fragt die Sängerin. „Es wäre doch sinnvoll, über die Entwicklung von entsprechenden Medikamenten nachzudenken, die ihnen helfen könnten.“

Max Play sieht in „Licht“ einen metaphorischen Begriff, der auf Aufklärung abziele. „Das, was gerade passiert, muss hinterfragt werden“, sagt er und meint damit die vielen offiziellen Narrative, die voll sind von Lügen, falschen Versprechen und gescheiterten Strategien. Welchen Effekt diese Politik zeitigt, bringt eine Textstelle zum Ausdruck, die zugleich als Aufruf zu verstehen ist: „Mein Glaube bricht, es spaltet mich / Siehst du denn nicht, wir brauchen Licht.“

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