«Im Wahnsinn gefangen» – Gruppe Weimar kritisiert staatliche Indoktrination

Die Metal- und Hard-Rock-Szene gilt als überwiegend konform, auch wenn das Rebellentum dort oftmals hochgehalten wird. Das sei nichts anderes als ein Lippenbekenntnis, versichern langjährige Mitglieder dieser Subkultur. Den Worten müssen Taten folgen. Doch die blieben während der Corona-Krise aus, obwohl in ihrem Zuge die Willkür staatlicher Maßnahmen deutlich zugenommen hat. Eigentlich spielt der Wert der Freiheit in der Szene eine große Rolle. Wer aber beispielsweise das bei Metalern beliebte Magazin «Deaf Forever» aufschlägt, findet ausschließlich Zustimmung für die Corona-Politik. In den Editorials wird stets vor der Gefährlichkeit des Virus gewarnt. Die interviewten Künstler betonen emphatisch, wie wichtig es sei, sich impfen zu lassen. Im Hard-Rock sieht es nicht besser aus.

Kurzum: Kritische Stimmen sind in der jeweiligen Szene ziemlich rar. Aber es gibt Ausnahmen. In Deutschland macht derzeit die Rock-Band Weimar von sich reden. Ihr neuer Song «Im Wahnsinn gefangen» geht gerade viral, was nicht nur an dem aussagekräftigen wie unverblümten Text liegt, sondern auch an dem Refrain, der so eingängig ist, dass er selbst Menschen erreicht, die diese Art von Musik normalerweise nicht hören. „Wo hat es angefang’, wo hört es wieder auf“, heißt es in Anspielung auf die politisch-gesellschaftlichen Veränderungen. „Wo sind wir reingerannt, wo geht es wieder raus? / Im Wahnsinn sind wir gefang’, unser Leben lang! / Wir fahren mit voller Wucht – an die Wand!“ Das sind deutliche Worte, untermalt mit einem Sound, der zwischen Neue Deutsche Härte und Gothic-Rock oszilliert. Verziert wird er mit ein wenig Rap.

Verlorenes Vertrauen in staatliche Institutionen und Medien

Als Themen bearbeitet der Track unter anderem das verlorene Vertrauen in die Berichterstattung und die staatlichen Institutionen. Offizielle Narrative, so der Tenor, erweisen sich als Propaganda, die zwar leicht durchschaubar ist, aber den Großteil der Bevölkerung dennoch beeinflusst: „Ein schwarzes Licht, im schwarzen Raum“, fängt der Song im Sprechgesang an. „Ein dunkler Ort, ein böser Traum, / Kein Vertrauen mehr in das, was man sieht, / die Masse färbt alles anthrazit.“ Die nächste Zeile streift das Thema Impfung und wendet sich sarkastisch an den Staat, der seit über einem Jahr Druck auf die Bürger ausübt und das Vakzin als Heilmittel anpreist: „Jag’ mir die Tinte doch einfach in die Blutbahn, / Wenn dein Leben scheiße ist, dann fühlt sich jede Lüge gut an.“ Der Impfstoff wird in diesen Zeilen zur Droge umfunktioniert, der die Flucht aus der unerträglichen Realität ermöglicht.

Protestzug überquert den Bach / Foto: Screenshot

Der Song handelt von der ideologischen Beeinflussung des Staates, der seine Bürger manipuliert und sie mit Brot und Spielen davon abhält, sich aktiv an der Politik zu beteiligen: „Gott sei Dank gibt es den Bierkönig, am Ballermann auf Malle / Wenn das Dschungelcamp auf Sendung geht, dann freuen sie sich alle, / Wenn die Bundesnationalelf auf dem Siegertreppchen steht, / Weiß plötzlich jeder Zweite wieder, wie die böse Hymne geht. / Und genau das ist der Grund, warum es keinen interessiert, dass man uns hier schon seit Jahren umfangreich indoktriniert.“

Stehen im Text die Missstände im Vordergrund, sendet das Musikvideo eine optimistische Botschaft, die das Volk ermutigen soll, sich wieder demokratisch einzubringen: In einer Stadt findet ein Demonstrationszug statt. Nach und nach schließen sich die Passanten ihm an, sodass er immer größer wird und wie ein unbändiger Fluss die Straßen flutet. Diese Metapher wird vor allem am Ende des Clips bemüht, wo die Menge selbst ins Wasser steigt, um einen Bach zu überqueren. Wir lassen uns nicht aufhalten – so die Message. Ob der Song mit seiner Kritik in der Metal- und Hard-Rock-Szene die gleiche Sogwirkung entwickelt wie der Protestzug im Video, wird sich zeigen. Zu wünschen wäre es.

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