«Auf der Suche nach der Wahrheit» – Facharzt Martin Haditsch reist zum vierten Mal um die Welt

Professor Martin Haditsch ist unermüdlich. Seit über einem Jahr befindet sich der Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie schon auf der Suche nach der Wahrheit. Vor wenigen Tagen erschien der bereits vierte Teil seiner gleichnamigen Doku-Reihe, in der er erneut die Corona-Politik auf den Prüfstein stellt. Dieses Mal führt seine Reise nach Indien, das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Wie zuvor interviewt Haditsch dort unterschiedliche Experten aus dem medizinischen Bereich, die auf je eigene Weise die Grundlagen für politische Einschnitte in der Gesellschaft hinterfragen.

Der südasiatische Subkontinent ist für die Aufklärung von enormer Bedeutung. Vor gut einem Jahr sorgten dort teils widersprüchliche Schlagzeilen für große Unruhen. Zunächst gingen Bilder von Massenbegräbnissen und Millionen von flüchtenden Wanderarbeitern um die Welt. Sie suggerierten eine gesundheitlich katastrophale Lage, derer keiner der Verantwortlichen Herr werden konnte. In Europa machte sich sogar die Angst vor einer „indischen Variante“ breit. Nur kurze Zeit später sanken die Fallzahlen drastisch. Im internationalen Vergleich schnitt Indien überraschend gut ab. Wie ist das zu erklären? Die Theorien fallen vielfältig aus. Eine von ihnen fußt auf der Annahme, dass Inder aufgrund häufiger Infektionen im frühen Lebensstadium eine höhere Immunität ausgebildet hätten. Internist Santanu Chatterjee, der diese und andere Hypothesen in der Dokumentation wiedergibt, sieht eine Korrelation zwischen Diabetes und schweren Verläufen. Was er jedoch nicht beobachten konnte, waren die vielen Todesopfer, vor denen gesundheitspolitische Modellierer warnten.

Die Kritik an dem Umgang mit Zahlen bildet den Kern dieses vierten Teils, der vor Augen führen will, inwiefern sich die Corona-Krise in ihrem Verlauf immer mehr zu einer Krise ungenauer Werte entwickelt hat. Dashboards und Statistiken bestimmten den medialen Alltag, genauso wie Sterbe- und Infektionszahlen. Sie hielten den Alarm stets oben, erwiesen sich aber oftmals als falsch oder überdramatisiert. Das bestätigt unter anderem Professor Eyal Leshem, Direktor des Instituts für Reise- und Tropenmedizin am israelischen Sheba Medical Center. Auch er verneint, dass es in seinem Land eine überdurchschnittliche Sterblichkeitsrate gegeben hat. Im internationalen Vergleich sei sie relativ niedrig gewesen, so der Experte. Dabei stand Israel ebenso wie Indien medial im Brennpunkt, verhängte harte Lockdowns und rollte sehr schnell ein offensives Impfprogramm aus. Das Pharmaunternehmen Pfizer rief das Land sogar zum „Labor der Welt“ aus. Betrachtet man diese Agenda aber etwas näher, werden bei den Zahlen ebenfalls Unregelmäßigkeiten erkennbar.

Unzuverlässige Meldesysteme

Wer genau hingeschaut hat, ist der Kriminologe Joshua Guetzkow. Martin Haditsch, der auf seiner Reise auch in Israel Halt macht, trifft ihn in Tel Aviv, wo dieser an einer Universität arbeitet. Er beschäftigt sich schon länger mit den Statistiken zu Impfnebenwirkungen und dem dazugehörigen Meldesystem. Seine Recherchen deuten darauf hin, dass die Zahlen manipuliert und künstlich auf niedrigem Niveau gehalten wurden. In ähnlicher Weise äußert sich der Internist und Infektiologe Matthias Schrappe. Er prangert die ungenauen Angaben des Robert Koch-Instituts an sowie das mit falschen Zahlen befeuerte Narrativ, Deutschlands Gesundheitssystem befinde sich wegen einer hohen Auslastung der Intensivbetten am Rande des Zusammenbruchs.

Internist und Infektiologe Matthias Schrappe / Foto: Screenshot

Neben der Bundesrepublik gehören Italien und die USA zu den Zwischenstationen, wo Haditsch renommierte Mediziner und Wissenschaftler aus anderen relevanten Gesellschaftsbereichen trifft. Der österreichische Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie gibt sich gewohnt zurückhaltend, führt sachliche Interviews und formuliert seine Fragen ohne Hang zur Zuspitzung. Die Gespräche ziehen sich bisweilen in die Länge, wenn der Inhalt es notwendig macht. Zwischendurch werden in der Dokumentation Stimmungsbilder eingeblendet, die einen Eindruck von dem jeweiligen Land vermitteln. Formal weicht auch der vierte Teil nicht vom Ursprungskonzept ab. Eine Änderung ist lediglich in der Tonlage erkennbar. Sie fällt etwas schärfer aus. Haditschs Gesprächspartner äußern sich kritischer als zuvor, zumal der österreichische Facharzt Experten wiedertrifft, die ihm schon in den vorherigen Teilen gegenübersaßen.

Geopolitik der Gesundheit

Zu ihnen zählt unter anderem der Hamburger Physikprofessor Roland Wiesendanger, der an der Theorie festhält, SARS-CoV-2 stamme aus einem Labor. Im Gespräch mit Haditsch untermauert er diese These mit neuen Erkenntnissen. Die beiden Stanford-Professoren Michael Levitt und Jayanta Bhattacharya sprechen hingegen darüber, mit welchen Aussagen sie bislang daneben und mit welchen sie richtig gelegen haben. Das Highlight der Dokumentation bildet jedoch das Interview mit der italienischen Journalistin Nicoletta Dentico, die sich wie keine andere mit dem globalen Gesundheitssystem auskennt. Ihre Erkenntnisse rund um Corona hat sie in dem kürzlich erschienen Buch «Die Geopolitik der Gesundheit» zusammengefasst.

Darin legt sie unter anderem die fragwürdige Praxis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dar und zeigt die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Stakeholdern auf. Eine große Rolle spielt dabei der Investor Bill Gates. Das Buch ist bislang nur im Original erschienen. Im Interview mit Haditsch verrät Dentico aber schon ein paar Details, die den Zuschauern genauso wie der gesamte vierte Teil der Dokumentation deutlich machen, dass im Hintergrund der Gesundheitspolitik viel mehr passiert, als medial abgebildet wird.

Titelbild: Screenshot

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